Micromenia

Serie Micromenia: Von Reisen inspirierte Skizzen bis zu Burning Dante und kosmischen Strukturen
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Black Ink, farbige Tusche, Feder, japanischer Tuschpinsel, laviert mit Bitumen auf Karton, je 10 x 5 cm.

Micromenia, Gerd Menia, 2015:

Man könnte „ Mania“ assoziieren, was durchaus beabsichtigt ist. In etwa: ein wenig wahnsinnig, verrückt. Die Idee zur Micromenia-Serie entstand anfänglich aus diversen gezeichneten Reisetagebüchern, die dann auch annähernd das Format und die Motive bestimmten. Bücher, diverse Archive, Bibliotheken wie auch die Auseinandersetzung mit Kulturgeschichte sind Quellen der Inspiration.

Motive
Im Lauf des Arbeitsprozesses bevölkern seltsame Wesen wie Langusten, Pinguine, Seerosen oder abstrakte, kosmische Strukturen mehr und mehr die Szene. Jetzt geht die Reise mit Dante vorbei an rauchenden Vulkanen, Geysiren und glühender Lava mitten ins Herz des „Infernos“. (Pyromenia).

Salon des désirs

Acryl, Papier auf Leinwand, 100 x 100 cm.

Versuch über die Schönheit, Gerd Menia 2014:

Zu allen Zeiten gab es ein Schönheitsideal, das offensichtlich auch von den äußeren Lebensumständen abhängig war. Von der Venus von Villendorf über die griechische Klassik bis in die Moderne reicht der Bogen.

Auf der einen Seite die äußere Schönheit der makellosen Ästhetik der Laufstege, der Modefotografie und der Werbung in all ihren Facetten. Auf der anderen Seite die der inneren Schönheit, die auf dem Ideal des „Wahren Schönen und Guten“ beruht. Äußerlich schön ist etwas oder jemand der oder das dem Auge des Betrachters „entgegenkommt“, ihm zuweilen schmeichelt und so eine Sogwirkung erzeugt, eine Attraktion, der man entweder widersteht oder verfällt.

Auch die „Verführung“ ist ein Aspekt die unter dem Deckmantel des Schönen operiert. Wie die Ästhetik des Krieges und seine Verherrlichung funktioniert, zeigt sich in Propagandavideos, Kriegsspielen,Paraden, glänzenden Geschützen, Geschwadern und Raketen. (E. Jünger: „Stahlgewitter, L.Riefenstahl: „Triumph des Willens“).

Innerlich und äußerlich schön ist etwas oder jemand, der oder das harmonisch, verbindend oder ausgleichend auf unsere Psyche einwirkt. Jetzt ist es ein Ausdruck des Zeitlosen, das keiner Strömung oder Trend folgt und so gewissermaßen herausgelöst und entbunden ist vom Gewöhnlichen und Konventionellen.

Das Streben nach dem Makellosen, das sich umgeben mit „schönen Dingen“, sich sozusagen im Besitz der Schönheit zu wiegen, ist auch ein Aspekt des Schönen, nämlich der des Scheins, des Glanzes und der Illusion, deren Ernüchterung darin besteht, dass alles vergänglich ist und keine Fortdauer hat.

Vielleicht ist das der verdeckte Sinn des Schönen: Das Zeitlose im Wandel einer Blüte die duftet und verwelkt. Diese Hingabe in die Transformation ist schön und sie existiert nicht ohne dass wir sie wahrnehmen mit unseren Sinnen.

Innen wie Außen.

Vernissage 23.05.14, Schaustelle, 1050 Wien © Gerd Menia

Black & White

Kohle auf Leinwand, 150 x 100 cm.

Die Serie MENIA BLACK WHITE, Gerd Menia, 2013:
Aus verschiedenen Inspirationsquellen stammend ergibt scheinbar zufälliges, erst als Serie einen erkennbaren Zusammenhang, wobei gleichzeitig jedes Bild für sich steht.
Alle Arbeiten sind mit dem Material Kohle umgesetzt. Die Motive zeigen Ausschnitte, Durchblicke und Einblicke, auf schwarz/weiß reduziert und wirken so wie Strukturen oder abstrakte Kompositionen.
Kohle ist u.a. das älteste bekannte Zeichenmaterial und fasziniert durch die tiefsamtene Schwärze und die Weichheit der Übergänge.

Die Drucke:
Siebdruck, limitierte Auflage
Sammelbox, 10 Karten, limitierte Auflage

Black & White, März 2013, Alte Seifenfabrik, 6923 Lauterach

Die Exponate der „Black/White“ Serie gewähren Einblicke in traumartige Sequenzen, in denen sich mehrere Zeitebenen überschneiden und tangieren.

City Goddess

Acryl auf Leinwand, 150 x 100 cm.

Heavy Metal City Goddess, Gerd Menia, 2011:
Als Fingermalerei angelegt, ist jeder weibliche Akt einer Weltstadt zugeordnet. Die einzelnen Figuren erinnern an weibliche „Archetypen“, deren Vorbilder der griechischen Antike wie auch der heutigen Werbung entlehnt sind.
Eine klassische Stadtgöttin wie die „Pallas Athene“ erhält hier Nachfolgerinnen, die eher dem Geist des Heavy Metal oder dem SM-Genre entsprungen sein könnten. Im Arbeitsprozess werden die Städte eher intuitiv einer zuerst gemalten Figur zugeordnet, als dass eine ethnische Parallele zur Stadt hergestellt wird. Die Städte werden bewusst nicht illustriert. Jede Figur steht metaphorisch für eine Stadt.

Druck: austauschbare Kalenderblätter (48 x 36 cm) der 13 Originale in Fassung aus geschliffenem Chromstahl, limitierte Auflage von 130 Stück.

Künstler Gerd Menia mit Björn Riedmann, Zusammenarbeit Druckerei, Vernissage 2011, Magazin 4, 6900 Bregenz

Triptychon

Acryl auf Leinwand, je 150 x 100 cm.

Serie Triptychon, 2009.

Die „Fingerpaintings“ umfassen großformatige Figurengruppen als Triptychon, angelegt in einem dynamischen Farbduktus.

Gläserne Gärten

Acrylglas, 210 x 125 x 40 mm.

Für die Lebendigkeit und Originalität der Bildskulpturen steht die Transparenz des Materials, die Sichtbarmachung des Verborgenen, des Geistigen und Unbewussten in Form der Zeichnungen, die hinter den transparenten Körpern erscheinen.
Der Künstler, der die Schichten des unbewussten Materials in die Sichtbarkeit und sinnliche Wahrnehmung hebt, ist das Medium, der Mittler im Spannungsfeld zwischen Verborgenem und Sichtbarem.
Das im Verborgenen Ruhende, erscheint in sinnlich erfahrbaren Formen und Farben an der Oberfläche.

Eintauchen in die gläsernen Gärten, Gerd Menia,
Juni 2006:

Der Garten steht als Metapher für innere Landschaften, als Hort (Hortus, lat.: Garten) der erblühenden Kreativität. Es bedarf aber der näheren Betrachtung und Untersuchung, da sich die vibrierenden Motive – durchaus beabsichtigt – nicht auf den ersten Blick hin entschlüsseln lassen.
Die Motive:
Um das flimmernde Spiel der Striche und Farben in seinen Tiefen und Untiefen auszuloten, muss spielerisch in das „Dahinter“ eingetaucht werden. Brechungen und Reflexionen erinnern an das Spiel des Wassers, welches Blicke freigibt auf etwas darunter liegendes. Die Objekte scheinen von innen heraus. Schönheit und Schlichtheit entstehen dabei in der Durchlässigkeit für Licht, Farbe und Form.
Die Seele des Motivs:
Die Ironie ist die Seele des Motivs. Sie hilft uns, die Klippen des rationalen Verstandes zu umschiffen und öffnet uns unmittelbar den Blick für die gläsernen Gärten, die sich uns dann in ihrer ganzen Vitalität und Sinnlichkeit erschließen. Das im Verborgenen ruhende verwandelt sich in sinnlich erfahrbare Formen und Farben.

Verwilderte Gärten

Digitaldruck auf Leinwand, Farbstift.

In der Serie Verwilderte Gärten wird u.a. Verpackungsmaterial – wie bedruckte Pizzakartons, Kochzeitschriften, fotografische Abbildungen aller Arten – von Lebensmitteln oder Blumen verwendet.
Im Prinzip spiel es keine Rolle, ob man sich von Wolkenformationen oder flüssigem Käse auf Pizzas inspirieren lässt, wichtig ist allein, dass man vom scheinbar rein Zufälligen geführt wird und mittels einer Technik das sichtbar macht, was man „sieht“.
Die Originalzeichnungen werden vergrößert (auf ca. 1m x 2m) und anschließend auf Leinwand gedruckt, die zum Abschluss noch malerisch überarbeitet wird.

Essen vom Garten der Lüste, Gerd Menia 2005:
Erotisch geladene Figuren, die sich zu lukullischen Essenzen verdichten; Nymphen, Satyre, Dominas und Teufel bevölkern die bearbeitete Oberfläche. Im Vordergrund dieser Arbeiten steht die Freude an der Sichtbarmachung von Sinnlichkeit im Spannungsfeld zwischen Essen und Erotik, mit einer gewissen Ironie gespickt, die immer auch einen barocken Anstrich hat.

Ausstellung August 2005, Verwilderte Gärten, Kesselhaus, 6900 Bregenz.