Salon des désirs 2014

 

Versuch über die Schönheit, Gerd Menia:

Zu allen Zeiten gab es ein Schönheitsideal, das offensichtlich auch von den äußeren Lebensumständen abhängig war. Von der Venus von Villendorf über die griechische Klassik bis in die Moderne reicht der Bogen.

Auf der einen Seite die äußere Schönheit der makellosen Ästhetik der Laufstege, der Modefotografie und der Werbung in all ihren Facetten. Auf der anderen Seite die der inneren Schönheit, die auf dem Ideal des „Wahren Schönen und Guten“ beruht. Äußerlich schön ist etwas oder jemand der oder das dem Auge des Betrachters „entgegenkommt“, ihm zuweilen schmeichelt und so eine Sogwirkung erzeugt, eine Attraktion, der man entweder widersteht oder verfällt.
Auch die „Verführung“ ist ein Aspekt die unter dem Deckmantel des Schönen operiert. Wie die Ästhetik des Krieges und seine Verherrlichung funktioniert, zeigt sich in Propagandavideos, Kriegsspielen,Paraden, glänzenden Geschützen, Geschwadern und Raketen. (E. Jünger: „Stahlgewitter, L.Riefenstahl: „Triumph des Willens“).

Innerlich und äußerlich schön ist etwas oder jemand, der oder das harmonisch, verbindend oder ausgleichend auf unsere Psyche einwirkt. Jetzt ist es ein Ausdruck des Zeitlosen, das keiner Strömung oder Trend folgt und so gewissermaßen herausgelöst und entbunden ist vom Gewöhnlichen und Konventionellen.
Das Streben nach dem Makellosen, das sich umgeben mit „schönen Dingen“, sich sozusagen im Besitz der Schönheit zu wiegen, ist auch ein Aspekt des Schönen, nämlich der des Scheins, des Glanzes und der Illusion, deren Ernüchterung darin besteht, dass alles vergänglich ist und keine Fortdauer hat.
Vielleicht ist das der verdeckte Sinn des Schönen: Das Zeitlose im Wandel einer Blüte die duftet und verwelkt. Diese Hingabe in die Transformation ist schön und sie existiert nicht ohne dass wir sie wahrnehmen mit unseren Sinnen.
Innen wie Außen.

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